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Die Kinder und Jugendlichen unserer Schule
Die Kinder und Jugendlichen, die in unsere Schule kommen, haben meist große Schwierigkeiten, Leid und Misserfolg in ihrer bisherigen Schule erfahren oder kommen mit sehr auffälligem Verhalten aus Frühförderzentren bzw. integrierten Kindertagesstätten zu uns. Häufig bedürfen sie vielfältiger Zuwendung und Unterstützung, die ihnen ihre bisherigen Schulen nicht bieten können. Auch einige Kinder, die „irgendwie anders sind“ mit vielfältigen Varianten autistischer Störungen besuchen unsere Schule. Sie zeigen besondere Auffälligkeiten in der Motorik (z.B. stereotype Bewegungen), Sprache (z.B. fehlende Sprachmelodie), Kommunikation (z.B. unanpassende Wahl des Gesprächsthemas), eingeschränktes Sozial- und Kontaktverhalten (z.B. wenige Spielkontakte oder extreme Verweigerungshaltung), fehlendes Gestenverständnis und Imitationsverhalten, Unter- oder Überempfindlichkeit der Sinnesorgane, Spezialinteressen / Spezialbegabungen.
Beispiele
Damit man sich ein Bild von unseren Schülern und Schülerinnen machen kann, haben wir nachfolgend exemplarisch 1 Schüler und 2 Schülerinnen beschrieben. Die Namen der Schüler sind frei erfunden!
Esma, 10 Jahre, 4. Schuljahr
Esma hatte von Beginn des 1. Schuljahres in der Grundschule große Schwierigkeiten, sich in die Klassengemeinschaft einzufügen und vereinbarte Regeln einzuhalten. Sie versuchte immer wieder, die
Aufmerksamkeit der Lehrer/innen und ihrer Mitschüler durch übersteigerte Verhaltensweisen auf sich zu lenken. Sie verlor bei Auseinandersetzungen mit Klassenkameraden die Beherrschung und
verletzte andere Schüler verbal und körperlich. Auch zeigte sie gegenüber Lehrpersonen keinen Respekt. In dieser Zeit war Esmas familiäre Situation sehr instabil. Ihre Mutter war plötzlich allein
erziehend und schwanger. Der Vater war für Esma auf einmal nicht mehr da. Als Esma nach dem 2. Schuljahr in unsere Schule kam, brauchte sie viel Unterstützung und Zuwendung, um wieder Vertrauen
in die Verlässlichkeit von Bezugspersonen zu entwickeln. Esma benötigt noch viel Unterstützung, Konflikte angemessen zu klären.
Sandra, 10 Jahre, 4. Schuljahr
ist während ihrer Schullaufbahn zweimal umgezogen und hat mehrere Schulwechsel hinter sich. Ihre Mutter versorgt als Alleinerziehende neben Sandra noch ein jüngeres Geschwisterkind. Tagsüber arbeitet sie, um die Familie zu versorgen. Sandra wirkt motorisch unkoordiniert und verträumt. Häufig stößt sie etwas um oder lässt Dinge fallen. Im Schulgebäude kann sie sich schwer orientieren. Bei der Erledigung von Aufgaben oder dem Packen ihrer Sachen scheint sie zu trödeln oder in eine eigene Phantasiewelt zu versinken. In ihrer alten Klasse kam Sandra im Stoff nicht mehr mit. Auf ihre Mitschülerinnen und Mitschüler wirkte sie ›seltsam‹ und wurde schnell zur Außenseiterin. Auffällig wurde Sandra durch Diebstähle, Lügengeschichten und handgreifliche Auseinandersetzungen mit Mitschülern. Als Sandra an unsere Schule kommt, traut sie sich wenig zu, hält sich selbst für ›schlecht‹ und reagiert auf Anforderungen oft mit Verweigerung und Trotz.
Peter, 16 Jahre, 10. Schuljahr
Peter kam mit 6 Jahren aus Polen nach Deutschland. In der Grundschule wurden seine mangelnden Deutschkenntnisse auf geringe Intelligenz zurückgeführt. Peter fühlte sich missverstanden und wurde
wütend und aggressiv. Nach der Umschulung in die Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung fühlte er sich durch die persönliche Ansprache wieder angenommen und verstanden. Seine
Defizite im Sprachbereich konnte er durch eine individuelle Förderung schnell aufarbeiten. Sein Verhalten »normalisierte« sich wieder. Er verließ die Schule mit dem Hauptschulabschluss und konnte
eine Lehre beginnen.